Historie des Liebefeld

Als sich die ersten Menschen im Gebiet des heutigen Liebefeldes niederliessen, trafen sie vermutlich auf ausgedehnte Wälder, die zunächst gerodet werden mussten, um den Boden landwirtschaftlich nutzen zu können. Über die frühe Geschichte des Liebefeldes ist jedoch nur wenig überliefert. Dennoch darf angenommen werden, dass die Hänge des Gurtens und des Könizbergs bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt oder zumindest von Menschen begangen wurden.

 

Vereinzelte Funde von Artefakten in privaten Gärten zeugen von dieser frühen Präsenz. Vor unserer Zeitrechnung lebten hier keltische Gemeinschaften, später folgten die Römer. Hinweise darauf liefern unter anderem die um 1950 im Buchsee freigelegten Grundmauern eines römischen Landhauses.

 

Auch der Ursprung des Ortsnamens „Liebefeld“ gibt seit jeher Anlass zu Deutungen. Der Bestandteil „Lieb“ ist im alemannischen Sprachraum häufig anzutreffen und findet sich in zahlreichen Ortsund Flurnamen der Region wieder, etwa im Spiegel, im Wangental oder in benachbarten Ortschaften wie Liebewil oder Liebegg. Gemäss dem Sprachforscher Prof. Zinsli geht „Lieb“ auf den germanischen Personennamen „Liebo“ zurück, was darauf hindeutet, dass es sich ursprünglich um das „Feld des Liebo“ gehandelt haben könnte.

Frühere Deutungen versuchten hingegen, einen Zusammenhang mit keltischen oder vorkeltischen Kultstätten herzustellen. Sicher ist jedoch, dass der Ortsname nichts mit „Liebe“ im heutigen Sinn zu tun hat – entsprechende Übersetzungen wie „Campo d’amore“ oder „Champ d’amour“ sind eher humoristischer Natur. Da eine ausgeprägte historische Entwicklung des Liebefeldes lange Zeit ausblieb, fehlen bedeutende historische Bauwerke weitgehend. Ein erwähnenswertes älteres Gebäude ist das Restaurant Liebefeld, das zeitweise vom Abbruch bedroht war. Ebenfalls von historischer Bedeutung ist das restaurierte Ofenhäuschen „La Cravache“ aus dem Jahr 1770.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschreibt das „Geographische Lexikon der Schweiz“ (1905) das Liebefeld als ein „schön gelegenes Dorf“ auf 564 Metern Höhe mit 17 Häusern und 205 reformierten Einwohnern. Die Landwirtschaft dominierte das wirtschaftliche Leben, ergänzt durch einzelne gewerbliche Betriebe wie eine Lack- und Farbenfabrik sowie eine grössere Bierbrauerei. Im nahegelegenen Steinhölzli befand sich zudem ein Asyl für verwahrloste Kinder. Von überregionaler Bedeutung war schliesslich die Ansiedlung der zentralen Verwaltung der schweizerischen landwirtschaftlichen Versuchs- und Untersuchungsanstalten mit ihren bakteriologischen Laboratorien, agrikulturchemischen Einrichtungen und milchwirtschaftlichen Versuchsanlagen.

 

Gründung des Quartierleists

Am 11. Februar 1926 versammelten sich auf Einladung eines Initiativkomitees 20 Männer im Restaurant Liebefeld, um die Gründung eines Leists zu beraten. Angesichts der bereits damals absehbaren baulichen Entwicklung wollte man den Dingen nicht einfach ihren Lauf lassen, sondern aktiv Einfluss auf die Gestaltung des Quartiers nehmen.

Dem Gründungsvorstand gehörten an: dipl. Ing. Hans Seiling sen., Sekundarlehrer U. Ingold, Kaufmann G. Graber, Oberlehrer H. Hänni, Direktor Rufener sowie Prokurist W. Keller, beide von der “Carba“.

Der Speicher von 1548 in Liebefeld (Gemeinde Köniz) ist einer der ältesten datierten Speicher des Kantons Bern. Der gut erhaltene historische Bohlenblockbau befindet sich auf dem Gelände der Berufsbildung Steinhölzli (Adresse: Hildegardstrasse 20a). 

 

Baujahr: 1548

Bauweise: Bohlenblockbau mit vorkragendem Obergeschoss und steilem Satteldach

Besonderheit: In den Giebelfeldern befindet sich jeweils ein hohes, geschwungenes Heidenkreuz

Schutzstatus: Kantonales Kulturgut von regionaler Bedeutung.